Forschungstätigkeit

Epidemiologie von Herz-Kreislauferkrankungen

Fundierte Kenntnisse der Epidemiologie von Herz-Kreislauferkrankungen und bedeutsamer Risikofaktoren stellen die Grundlage für den erfolgreichen Einsatz von präventiven und therapeutischen Maßnahmen, sowie für die Entwicklung zukunftweisender Versorgungsstrukturen dar. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Projektbereich für Herz-Kreislaufforschung seit langem intensiv mit der Untersuchung epidemiologischer Fragestellungen im Kontext Herz-Kreislauferkrankungen, um ein umfassendes Bild sowohl der Epidemiologie der unterschiedlichen Erkrankungen des Kreislaufsystems als auch bedeutsamer kardiovaskulärer Risikofaktoren zu geben. Die Post-Infarkt-Nachsorge (PIN) Studie (Nationale Beobachtungsstudie zu klinischer Praxis, Lebensqualität und Prädiktoren des Therapieerfolges in der Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit), hat maßgeblich zu dem Wissen beigetragen, dass zur Verbesserung der Sekundärprävention in Deutschland kontinuierlich begleitende Maßnahmen erforderlich sind. Darüber hinaus haben unsere Analysen der Regionalen Unterschiede der kardiovaskulären Mortalität gezeigt, dass erhebliche Sterblichkeitsunterschiede innerhalb Europas sowie innerhalb Deutschlands, mit einer höheren Belastung im Osten und Norden verglichen mit dem Westen und Süden bestehen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen befassen sich Forschungsvorhaben aktuell mit Geografischen Unterschieden in der koronaren Mortalität in Deutschland auf Kreisebene, sowie Geschlechts- und Altersspezifischen Trends der koronaren Mortalität in Deutschland zwischen 1980 und 2007. Weitere Forschungsvorhaben untersuchten in der Vergangenheit den Einfluss der körperlichen Aktivität auf die Sterblichkeit (Association of physical activity with all-cause and cardiovascular mortality: a systematic review and meta-analysis), von Lärm auf die Entstehung kardialer Ereignisse (Noise and Risk of Myocardial Infarction, NaRoMI-Study) die ökonomischen Konsequenzen von Adipositas (Health-economic burden of obesity in Europe), sowie das Auftreten kardiovaskulärer Risikofaktoren im Kindes- und Jugendalter (Prevalence of modifiable cardiovascular risk factors among German adolescents).

Nach oben

Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen

Die präventivmedizinische Ausrichtung stellt einen Schwerpunkt des Projektbereichs für Herz-Kreislaufforschung dar. Dabei hat sich unser Projektbereich zum Ziel gesetzt, Evidenz-basierte Empfehlungen für die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen geben zu können, und darüber hinaus innovative und wirksame Präventionsstrategien aktiv zu entwickeln und zu gestalten. Hierbei verfolgen wir Aktivitäten mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Einerseits Präventionsmaßnahmen, die individuelle Bedürfnisse gezielt berücksichtigen und Personengruppen ansprechen, die normalerweise schwierig zu erreichen sind (z.B. Menschen mit Migrationshintergrund). Andererseits Maßnahmen in Schule, Community und bevölkerungsweite Konzepte. Beispiele früherer Studien stellen das Schulprojekt „Gesund und Fit in die Zukunft“, Untersuchungen zur Förderung der körperlichen Aktivität bei Erwachsenen (Long-term effectiveness of interventions promoting physical activity) und Health-Technology Assessments zur Prävention des Rauchens an Schulen dar (Long-term effectiveness of behavioural interventions to prevent smoking among children and youth). Aufgrund der herausragenden Bedeutung von Lebensstilfaktoren nehmen die Förderung eines körperlich aktiven Lebensstils, gesunde Ernährung und erfolgreiche Raucherprävention einen besonderen Stellenwert ein. Aktuelle Projekte zur Prävention des Rauchens bei Jugendlichen (Evaluation eines kombinierten Eltern-Schüler- Programms zur Raucherprävention an Berliner Schulen), zur Primärprävention von Schlaganfällen bei Frauen, der Präventionsatlas Berlin-Brandenburg, sowie das Forschungsvorhaben zur Risiko-Stratifizierung zur Prävention in Berliner Hausarztnetzen befassen sich einerseits mit Maßnahmen der Verhaltensmodifikation und andererseits mit Änderungen der Umwelt bzw. der Versorgungsstrukturen. Zielsetzung ist dabei stets auch die Reduktion von bestehenden Unterschieden der Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit.

Nach oben

Therapie und Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen

Vor dem Hintergrund der großen Anzahl betroffener Personen, ist es notwendig den bereits erkrankten Personengruppen wirksame und effiziente Therapiekonzepte und Versorgungsstrukturen zur Verfügung zu stellen. Auch in diesem Zusammenhang ist die Erarbeitung von Evidenz-basierten Empfehlungen von Bedeutung. Beispiele früherer Projekte sind Health-Technology Assessments der Sekundärprävention der KHK (HTA - nichtmedikamentöse Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit) und der Behandlung von Hypertonikern (HTA - Evidenzlage zum Einsatz verschiedener Antihypertensiva als Therapie der ersten Wahl bei arterieller Hypertonie). Darüber hinaus haben großangelegte Studien z.B. die ORBITAL Studie (Open Label Primary Care Study of Rosuvastatin Based Compliance Initiatives To Achievement of LDL goal) und die GERSHWIN-Studie (German Stent Health and Economics within normal practice) wesentlich zur Beurteilung neuer Therapiekonzepte in Deutschland beigetragen. Diese Aktivitäten finden aktuell Fortsetzung in der randomisiert-kontrollierten MONITOR-ICD Studie (Home-MONITORing bei ICD-Patienten) und NICOLa Studie (Evaluation des Effekts von NICOtinsäure auf erhöhte Lipoprotein(a)-Werte) sowie der gesundheitsökonomischen Evaluation des Deutschen Drug-Eluting Stent Register (DES.de). Weiterhin werden innovative telemedizinische Forschungsvorhaben zur Verbesserung der medizinischen Versorung von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen in strukturschwachen Gebieten gegenwärtig initiiert.

Nach oben

Forschungsdatenbank

Für mehr Details nutzen Sie bitte auch die undefinedForschungsdatenbank der Charité.